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Glykoläther schädigt Spermien

Glykoläther schädigt Spermien

By: | Tags: , , , | Comments: 0 | Mai 24th, 2008

Studie: Lösungsmittel Glykoläther schädigt Spermien Freitag,
23. Mai 2008 Manchester

Glykoläther, die zunehmend in Farben als Lösungsmittel … eingesetzt werden, können einer Fall-Kontrollstudie in Occupational and Environment Medicine (2008; doi: 10.1136/oem.2007.035824) zufolge die Motilität von Spermien schädigen. Die Studie wurde an 14 britischen Fertilitätskliniken durchgeführt. Teilnehmer waren 2.128 Männer, die sich wegen Fertilitätsstörungen (Störung der Zeugungsfähigkeit) an die Zentren gewandt hatten.

Gegenübergestellt wurden Patienten mit einer niedrigen Anzahl von motilen Spermien im Ejakulat und solche, bei denen andere Gründe für eine Kinderlosigkeit bestanden. Die Gruppe um den Andrologen Andy Povey von der Universität Manchester führte dann ausführliche Befragungen zur Exposition mit verschiedenen Chemikalien durch.

Einzig für Glykoläther wurde eine Zusammenhang gefunden. Männer, die beispielsweise als Maler oder Dekorateure stark exponiert waren, hatten ein um den Faktor 2,5 erhöhtes Risiko auf eine Störung im Spermiogramm. Bei Männern mit einer gelegentlichen Exposition war das Risiko um etwa 70 Prozent erhöht. Da über 40 Prozent der Männer mit Fertilitätsproblemen mit den Lösungsmitteln exponiert waren, könnte es eine bedeutende Ursache für eine Unfruchtbarkeit sein.

Für andere Chemikalien wurde kein erhöhtes Risiko gefunden. Frühere Operationen am Hoden sowie generell eine manuelle Tätigkeit waren jedoch mit Motilitätsstörungen der Spermien assoziiert, ebenso wie das Tragen von engen Unterhosen. Boxershorts, aber auch ein mäßiger Alkoholkonsum könnten die Qualität des männlichen Samens dagegen steigern.

Glykoläther werden als Bremsflüssigkeit, Weichmacher und Lösungsmittel verwendet. In Farben und Lacken sind sie als Methyl-, Ethyl- oder Methyldiglykol enthalten. Es handelt sich um farblose Flüssigkeiten mit einem angenehmen Geruch. Sie sind gut mischbar mit den meisten Lösungsmitteln, zum Teil auch mit Wasser.